Was ist SFP oder ein SFP-Transceiver?

SFP steht für Small Form Factor Pluggable und ist ein kompakter Hot Pluggable Transceiver, der sowohl für Telekommunikations- als auch für Datenanwendungen eingesetzt wird. LC-Stecker werden verwendet, um Fasern mit SFPs zu verbinden. Das SFP-Modul hat zwei Seiten, die erste Seite ist als Sender bekannt und hat einen Laser zum Senden und die andere Seite als Empfängerseite hat einen Fotodetektor. SFP ist also im Grunde genommen ein Transceiver-Modul, da es Sender und Empfänger in einer einzigen Einheit vereint.

SFPs werden nicht von einer einzigen Stelle standardisiert, sondern relativ durch eine Multi-Source-Vereinbarung, auch MSA genannt. Es handelt sich um eine Vereinbarung zwischen mehreren Herstellern, Produkte herzustellen, die zwischen verschiedenen Anbietern kompatibel sind. SFP wurde auf der Grundlage der größeren GBIC-Schnittstelle (Gigabit Interface Converter) entwickelt, hat aber eine viel kleinere Größe, um die Portdichte zu erhöhen, weshalb SFP auch als Mini-GBIC bezeichnet wird. SFP-Module werden in allen Arten von Netzwerkanwendungen wie Datennetzen, Telekommunikationsnetzen, SAN sowie SONED/SDH eingesetzt.

Typische SFP - Module können anhand der Arbeitswellenlängen und des Arbeitsabstandes klassifiziert werden, also schauen wir uns die Liste hier an:

Für Multimodefasern verwenden die SFP-Module, die als SX-Module (Short Reach) bezeichnet werden, eine Wellenlänge von 850 Nanometern. Die Entfernung, die die SX-Module unterstützen, hängt von der Netzwerkgeschwindigkeit ab, für 1,25 Gigabit pro Sekunde beträgt die erreichte Entfernung etwa 550 Meter, während sie für 125 Gigabit pro Sekunde bis zu 150 Meter unterstützt.
Für die Singlemode-Faserseite gibt es viele Auswahlmöglichkeiten, im Folgenden finden Sie die gängigsten Typen:
Für Singlemode-Fasern verwenden die SFP-Module namens LX (Long Reach) Module einen 1310-Nanometer-Wellenlängenlaser und unterstützen bis zu 10 Kilometer. EX-Modul verwendet 1310-Nanometer-Wellenlängenlaser und unterstützt bis zu 40 Kilometer. Das ZX-Modul verwendet einen 1550 Nanometer Wellenlängenlaser und unterstützt bis zu 80 Kilometer. Das EZX-Modul verwendet einen 1550 Nanometer Wellenlängenlaser und unterstützt bis zu 160 Kilometer. CWDM- und DWDM-SFP-Transceiver werden ebenfalls bei verschiedenen Wellenlängen eingesetzt, um mehrere maximale Entfernungen zu erreichen. Außerdem sind Gigabit Ethernet UTP Kupferkabelmodule erhältlich.

Wie bereits erwähnt, unterstützt das SFP-Modul eine Geschwindigkeit von bis zu 4,25 Gigabit pro Sekunde und eine verbesserte Version namens SFP+ unterstützt mehr als 10 Gigabit pro Sekunde und SFP+ wird immer beliebter im 10-Gigabit-Ethernet.

Das verbesserte Small Form Factor Pluggable (SFP+) ist eine verbesserte Art des SFP, das Datenraten von bis zu 16 Gigabit pro Sekunde unterstützt. SFP+ unterstützt 8 Gigabit pro Sekunde Fibre Channel, 10 Gigabit Ethernet und den Optical Transport Network Standard OTU2.
10 Gigabit pro Sekunde oder allgemein als SFP+ -Module bezeichnet, sind genau die gleichen Größen wie herkömmliche SFPs, so dass der Gerätehersteller die vorhandenen physikalischen Designs für 24 und 48 Port-Switches und modulare Line-Cards wiederverwenden kann.

Der Vorteil der Verwendung von SFP oder SFP+ ist, dass diese beiden Transceiver typischerweise die Größe eines RJ-45 Ethernet-Ports haben. Im Vergleich zu GBIC-, XENPAK- oder XFP-Modulen verwenden SFP und SFP+ eine geringe Fläche und eine standardisierte Größe der Anschlüsse. SFP-Sockel finden sich häufig in Ethernet-Switches, Routern, Firewalls und Optical Line Terminals, die allgemein als OLT bezeichnet werden.

Neuere optische SFP-Transceiver unterstützen auch die digitale Standard-Diagnoseüberwachung (DDM). Diese Funktion wird allgemein als digitale optische Überwachung (DOM) bezeichnet. DOM-fähige SFP-Module geben dem Endbenutzer die Möglichkeit, Parameter des Transceivers zu beobachten, wie z.B. die übertragene optische Leistung, die empfangene optische Leistung, die Versorgungsspannung des Transceivers, den Laser-Biasstrom sowie die Temperatur des SFP in Echtzeit. Diese Funktion wird häufig zur Überwachung von Schaltern, Routern und optischen Geräten über SNMP verwendet.

Da diese SFPs durch eine Multi-Source-Vereinbarung spezifiziert sind, die die Kompatibilität zwischen verschiedenen Anbietern ermöglicht. So kann ein einzelner gekaufter SFP vom Cisco-Switch bis zum Juniper Router und vom HP-Server bis zum Huawei OLT verwendet werden. Auch SFP-Module sind hot pluggable, so dass im Gegensatz zu anderen Netzwerkkomponenten/Karten keine Notwendigkeit besteht, das Gerät beim Einsetzen des SFP auszuschalten.